Bauminjektionen gegen die Rosskastanienminiermotte

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Bauminjektionen
Bauminjektionen haben Vor- aber auch große Nachteile

Verfärbungen in den Bohrstellen von Bauminjektionen
Verfärbung im Bereich von Injektionsbohrstellen

Stammquerschnitt und Verfärbungen im Bereich der Bohrstellen
Stammquerschnitt mit Verfärbungen

Verfärbungen bis in die Astregionen
Verfärbungen bis in Astregionen ausgebreitet

Bauminjektionen und Stamminfusionen sind vor allem im amerikanischen Raum eine lang erprobte und häufig angewendete Methode, um Baumkrankheiten und Baumschädlinge zu bekämpfen.

Methodik

Vor der Behandlung müssen je nach Baumdurchmesser 3 bis 10 Löcher mit ca. 6 mm Durchmesser radial in das Splintholz gebohrt werden. Anschließend wird das Pflanzenschutzmittel unter Druck in die (abgedichteten) Bohrlöcher eingebracht. Nach der vollständigen Aufnahme des Pflanzenschutzmittels werden die Injektionen entfernt und die Löcher mit einem Plastikstoppel verschlossen.

Vorteile

Die Vorteile dieser Methoden gegenüber herkömmlichen Spritzmethoden bzw. Bodeninjektionen liegen in der Geschlossenheit des Systems. Das Pflanzenschutzmittel wird direkt in das Transportsystem der zu behandelnden Bäume eingebracht und vom Baum selbst zu den zu behandelnden Baumteilen verfrachtet. Durch den Saftstrom wird es verdünnt und gelangt allenfalls über Umwege (Laubfall, etc.) in die freie Natur.

Nachteile

Je nach Anzahl der Bohrlöcher und Verteilung des Mittels im Baum liegt der Bekämpfungserfolg bei der Roßkastanienminiermotte bei 20 bis 80%. Unmittelbar nach der Behandlung kommt es trotz Verschluss der Bohrlöcher zu Exsudataustritt (vermischt mit dem Pflanzenschutzmittel).

Wie die Aufarbeitung behandelter Kastanienbäume zeigte, kommt es im Bereich der Bohrstellen zum Zurücksterben von Holzgewebe. Weiters breiteten sich Verfärbungszonen von den Impfstellen bis in die äußersten Astspitzen aus Die verfärbten Holzteile sind praktisch totes Gewebe und für den Wasser- und Nährstofftransport nicht mehr geeignet. In der Folge ist mit erhöhtem Totholzanteil sowie Eintritt von Holz zersetzenden Fäulepilzen im Stammbereich zu rechnen. Dies führt zu einer Herabsetzung der Reststandzeit der behandelten Bäume sowie zu erhöhten Pflege- und Kontrollkosten.


Christian Tomiczek, 11/2006