Pheromone - Insektenlockstoffe

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Klebefalle
Delta-Klebefalle für Kleinschmetterlinge (z. B. im Obstbau)

Klebeboden
Klebeboden einer Delta-Falle

Kübelfalle
Kübelfalle für größere Falter (fängt lebend)

Pheromone sind chemische Verbindungen, die von zahlreichen Insekten (aber auch anderen Tieren) freigegeben werden, um Artgenossen wichtige Signale (die meist der Anlockung eines Sexualpartners dienen) zu übermitteln.

Seit etwa 40 Jahren werden solche natürlichen Duftstoffe chemisch analysiert und als Folge auch synthetisch reproduziert. Sie werden heutzutage als wesentlicher Bestandteil der integrierten Schädlingsbekämpfung angesehen.

Es gibt mittlerweile für die wichtigsten Schmetterlingsschädlinge aber auch für zahlreiche Käferarten synthetisch hergestellte Pheromone. Sie werden unter Benützung spezieller Fallen zur Beobachtung der Populationsentwicklung und der Schwärmaktivität (=Monitoring) eingesetzt, um beispielsweise den optimalen Bekämpfungszeitpunkt festzulegen. Seltener werden Pheromonfallen auch direkt zur Schädlingsbekämpfung benutzt.

Durch das Anlocken und Fangen von Männchen verschiedener Schmetterlingsarten wird bei ausreichender Anzahl von Fallen eine Reduktion von befruchteten Weibchen und damit der Nachkommenschaft erzielt. Besonders bei unbehandelten Obstbäumen kann auf diese Weise der Schaden reduziert werden. Bei großflächigen Massenauftreten von "Schädlingen" ist diese Methode allerdings wenig wirksam, weil der Prozentsatz der abgefangenen Tiere gemessen an der Gesamtpopulation zu gering ist.

Je nach Funktion von Lockstoffen unterscheidet man 3 Gruppen:

  • Sexualpheromone: Die Weibchen geben mittels Pheromondrüsen Stoffe ab, die die Männchen zur Paarungszeit anlocken. Sie spielen vor allem bei Schmetterlingen eine wichtige Rolle.
  • Aggregationspheromone: Diese Stoffe können von beiden Geschlechtern produziert werden und dienen der Anlockung von Individuen der gleichen Art zur Besiedelung einer geeigneten Wirtspflanze, aber auch der Geschlechtspartnerfindung. Aggregationspheromone sind vor allem bei den wichtigsten Borkenkäferarten analysiert und ihre Wirkung erforscht worden.
  • Parapheromone: diese z.B. für Fruchtfliegen bedeutenden Lockstoffe werden meist von Wirtspflanzen produziert oder sind wesentliche Bestandteile dieser. Sie können die selbe Wirkung wie Sexuallockstoffe haben, weil sie auch meist nur Männchen anlocken.

Zusätzlich können von manchen Insektenarten auch Alarmpheromone produziert werden, die Artgenossen vor Gefahren (Feinde, überfüllte, nicht mehr besiedelbare Wirtspflanzen) warnen sollen.

Pheromonfallen werden gemeinsam mit dem Lockstoff zur Flugzeit des jeweiligen Insekts eingesetzt.

  • Klebefallen (z.B. Deltafalle): sehr gut für Kleinschmetterlinge geeignet; mit auswechselbaren Klebeboden.
  • Kübelfalle (Trichterfalle): für größere Falter, Lebendfangfalle.
  • Borkenkäferfalle (z.B. Schlitzfalle): geeignet zum Fangen von großen Mengen von Borkenkäfern, Lebendfangfalle.

Pheromone für folgende wichtige Baumschädlinge sind im Handel erhältlich:

  • Käfer: Fichtenborkenkäfer, Lärchenborkenkäfer, Nutzholzborkenkäfer
  • Blattwespen: Kiefernbuschornblattwespe
  • Schmetterlinge: verschiedene Miniermotten, Wickler (Obstbäume, Eichen), Knospentriebwickler, Schwammspinner, Hornissenglasflügler, Blausieb, Weidenbohrer