Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) - eine neue Krankheit in Europa

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absterbende Olivenbäume
absterbende Olivenbäume

Schaden am Blattgeschädigtes Blatt

vertrocknender Zweigvertrocknende Zweige

Xylella fastidiosa ist ein Bakterium, das seinen Ursprung in Nord- Zentral- und Südamerika hat und unter anderem in Apulien (Italien) und Südfrankreich eingeschleppt wurde. Xylella fastidiosa vermehrt sich in Holzleitgefäßen, verstopft diese und verursacht auf diese Weise allgemeine Symptome des Kränkelns bzw. Vertrocknens von Zweigen, Ästen oder Kronenteilen bis hin zum Absterben des Baumes. Die Krankheit ist als Quarantäneschädling klassifiziert, daher meldepflichtig und muss bekämpft werden. Meldungen erfolgen an den für das Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst.

Krankheitsbild und Wirtspflanzen

Es gibt mehrere Unterarten von Xylella fastidiosa, die auf zahlreichen Wirtspflanzen vorkommen können. Die wichtigsten für Gartenbesitzer relevanten Wirtspflanzen sind Prunus-Arten (z. B. Marille, Zwetschke/Pflaume, Kirsche, Pfirsich), Olive und Oleander. Auf keinen Fall dürfen vom Urlaub z. B. in Süditalien oder Südfrankreich Oleander oder andere Pflanzen mitgebracht werden!

Da die Leitungsbahnen im Holz verstopft werden, verläuft die Krankheit mit unspezifischen Symptomen ähnlich eines Wasser- oder Nährstoffmangels. Dazu zählen teilweise oder gänzlich vertrocknete Blätter, Blattvergilbungen, Kronenverlichtung, Zweig- und Aststerben, teilweise oder gänzlich absterbende Kronen. Die Verbreitung der Krankheit erfolgt über saugende Insekten wie Zikaden, welche die Bakterien von infizierten Pflanzen über den Saugrüssel auf andere Pflanzen übertragen.

Bekämpfungsmaßnahmen

Bei Befallsverdacht muss nach erfolgter Meldung an den Pflanzenschutzdienst verdächtiges Pflanzenmaterial im Labor der AGES auf den Krankheitserreger getestet werden. Sollte Xylella fastidiosa nachgewiesen werden, sind alle befallenen Pflanzen zu vernichten. Je nach Art des Befalls sind in der Umgebung weitere Zonen auszuscheiden, welche intensiv auf den Krankheitserreger überwacht werden müssen, um eine vollständige Befallstilgung zu gewährleisten. Vorbeugende Maßnahmen sind nicht bekannt.


Andreas Pfister, 11/2016; Bilder: Juliane Blaha