Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa)

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Larven der Walnußfruchtfliege
Larven der Walnussfruchtfliege

Befall im Endstadium
Befall im Endstadium

Verlassene Puppenhüllen der Walnußfruchtfliege
Verlassene Puppenhüllen der Walnußfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) wurde Ende des 20. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt und ist mittlerweile zum Leidwesen von Nussbaumbesitzern weit verbreitet. Bei starkem Befall kann es bei den Walnüssen hinsichtlich Qualität und Ertrag zu starken Einbußen kommen.

Biologie und Schadbild

Die adulte Fliege ist im Sommer mit Hauptflugzeit Juli unterwegs. Die Eiablage erfolgt in die noch unreifen Nüsse. Schlüpfenden Fliegenlarven ernähren sich von der fleischigen Schale der Walnuss, (nicht von der Nuss selbst), wodurch die schleimig wird, allmählich vertrocknet und sich verfärbt schwarz. Da die Schale für die Nussentwicklung notwendig ist, können die Walnüsse bei starkem Befall (in einer Nussschale können ca. 20 Fliegenlarven sein) nicht ausreifen oder verderben infolge von Sekundärkrankheiten.

Nach drei- bis fünfwöchigem Fraß lassen sich die Larven entweder selbst aus den Nüssen oder mit den Nüssen zu Boden fallen, graben sich in den Boden ein und verpuppen sich. Hier erfolgt auch die Überwinterung. Im nächsten oder übernächsten Sommer schlüpfen dann die neuen Fliegen.

Bekämpfung

Zur chemischen Bekämpfung sind derzeit keine Produkte zugelassen. Erfolgsentscheidend ist die Reduktion der Fliegenpopulation, so dass der Befall in einem Ausmaß bleibt, wo die Früchte noch ausreifen können.  Um die Larven daran zu hindern, in den Boden zu gelangen,  sollten alle vorzeitig vom Baum abgeworfenen, befallenen Früchte entfernt werden. Empfehlenswert ist das Auslegen eines feinmaschigen Netzes mit Maschenweite ähnlich einem Fliegengitter unter dem Walnussbaum. Wenn die Früchte herabfallen und die Larven die Schale verlassen, können sie nicht in den Boden und sind leichte Beute für Vögel, Spinnen und andere Predatoren. Solche Netze haben gegenüber Planen den Vorteil, dass die Wasserzufuhr für den Baum und die Wurzelatmung nicht zu sehr beeinträchtigt werden.

Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit ist das Aufhängen von beleimten Gelbtafeln. Diese haben wie auch auf die verwandten Kirschfruchtfliegen eine Lockwirkung auf adulten Fliegen. Bleiben diese auf der Leimtafel kleben, wird die Population reduziert.

Bei Neupflanzungen von Walnussbäumen ist auf die Sortenwahl zu achten, da einige Sorten weniger anfällig sind. Besonders spätreifende Sorten gelten allgemein als weniger anfällig für den Befall durch die Walnussfruchtfliege.

Andreas Pfister, 10/2013