Der Citrusbockkäfer (CLB) - ein gefährlicher Quarantäneschädling

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Citrusbockkäfer (CLB)
Citrusbockkäfer (CLB)

Ausbohrlöcher an der Wurzel
Ausbohrlöcher an Wurzel

durch CLB-Befall kränkelnde Bäume
Kränkelnde Bäume infolge von CLB-Befall

Larve des CLB
Freigelegte Larve des Citrusbockkäfers (CLB)

Bohrmehlauswurf
Bohrmehlauswurf der Larven

Der Citrusbockkäfer (CLB) ist ein gefährlicher Quarantäneschädling, der aus seiner Heimat Ostasien immer wieder mit Fächerahornbäumen, Bonsaipflanzen und anderen Zierpflanzen, die meist in China produziert werden, nach Europa eingeschleppt wird. Bisher gibt es in Europa zwei etablierten Befallszonen, wovon sich eine in Oberitalien und eine in Holland befindet. Da aber bereits nachweislich Pflanzen aus mit CLB befallenen Lieferungen in halb Europa verteilt wurden, ist mit neuen Befallsregionen zu rechnen. Der Citrusbockkäfer befällt, wie der mit ihm nahe verwandte Asiatische Laubholzbockkäfer (die Käfer sehen auch fast gleich aus) gesunde Bäume, die er innerhalb weniger Monate bis Jahre zum Absterben bringt.

Aussehen und Biologie

Die erwachsenen Käfer sind 20-40 mm lang, schwarz, haben rund ein Dutzend helle Flecken auf den Flügeldecken und weisen lange Fühler auf. Sie schlüpfen zwischen Mai und August/September. Nach einem Reifungsfraß in der Baumkrone erfolgt die Eiablage an der Stammbasis, am Wurzelanlauf und an oberirdischen Wurzeln. Die Larven fressen zuerst unter der Rinde und gehen später ins Holz, wobei bis zu 80% ihrer Entwicklung unterhalb der Erdoberfläche stattfindet. Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Käfer dauert in der Regel 1 - 2 Jahre.

Das Wirtspflanzenspektrum ist enorm und umfasst praktisch alle Laubhölzer einschließlich Obstbäumen, aber auch Sträucher und sogar Rosen. Pflanzen ab 2 cm Stammdurchmesser können befallen werden!

Schadenssymptome

Befallsanzeichen sind kleine T - förmige Schlitze in der Rinde (Eiablagestellen), Bohrmehlauswurf, bzw. 1 - 2 cm große Ausbohrlöcher der Käfer. Häufig findet man auch welke Blätter und Triebe, die durch den Reifungsfraß der Käfer entstanden sind.

Maßnahmen

Da nur durch frühzeitiges Finden eines Befalls die Ausrottung dieses gefährlichen Schädlings möglich ist, sollte jeder Verdacht dem Pflanzenschutzdienst der Länder, oder dem Bundesamt für Wald, bzw. an die AGES gemeldet werden.

Weiterführende Links:
http://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=8274
http://bfw.ac.at/400/pdf/fsaktuell_38_1.pdf
http://www.waldwissen.net/themen/waldschutz/invasive_neue_arten/bfw_clb_juli08_DE
http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesundheit/citrusbockkaefer/


Christian Tomiczek, Andreas Pfister 7/2010