Frostschäden an Walnussbäumen und Pappeln

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büschelweiser Austrieb
frostgeschädigte Pyramidenpappeln

Frostschaden an Walnuss
frostgeschädigte Walnussbäume

büschelweiser Austrieb Walnuss
betroffener Walnussbaum

frostgeschädigte Leitungsbahnen
abgestorbene Kambialbereiche (Leitungsbahnen)

Ab Frühling 2005 wurden in einigen Hausgärten und im städtischen Grünbereich besonders an Walnussbäumen und Pappeln teilweise starke Kronenverlichtungen festgestellt. Der Schadschwerpunkt dürfte dabei in Südostösterreich liegen (Steiermark, Südburgenland). Die Bäume wiesen partiell abgestorbene Äste und Zweige auf und trieben nur noch vereinzelt und büschelweise aus. Im Laufe des Sommers verfärbten sich einige dieser Triebe gelb und in einem Fall starb der Baum ab.

Nach genaueren Untersuchungen wurden schwere, unregelmäßig auftretende Schäden der Leitbahnen in den Ästen diagnostiziert. Insektenschäden oder Pilzkrankheiten fehlten. Die Schadursache ist wahrscheinlich auf ein Frostereignis zurückzuführen.

Der April 2005 war gekennzeichnet durch sehr warme Perioden, die durch Kaltlufteinbrüche unterbrochen wurden, welche am 11. April und am 22. April zu Frosteinwirkung führten. So wurden etwa an der Wetterstation Wien am 22. April ein Tiefstwert von -1°C und in Graz -2°C gemessen, während am 27. April wieder Tageshöchstwerte um die 24°C erreicht wurden. Ein weiterer Kaltlufteinbruch führte am 12. Mai in einigen Gebieten zu einem neuerlichen Frostereignis (z. B.: Bad Radkersburg, Zeltweg, Mariazell, Aigen/Ennstal, Wiener Neustadt, Freistadt, Zwettl).

Der Schaden muss kurz vor Austrieb entstanden sein, als der Baum wieder den Saftfluss aktivierte aber die Blätter noch nicht ausgetrieben waren. Dabei starben Knospen und Teile der äußeren Leitungsgewebe ab, so dass nur jene Bereiche der Baumkrone austreiben konnten, welche noch über durchgehend intakte Leitbahnen verfügten. Die Folge war ein mehr oder weniger büschelweiser Austrieb. Wenn der Baum im Lauf des weiteren Jahres wieder genügend Blattmasse bilden kann und mit keinen Folgeschädlingen zu kämpfen hat, wird der Schaden nicht zum Tod führen.

Bei stärker betroffenen Walnussbäumen, wo nur noch vereinzelt Austrieb festgestellt wurde, muss mit dem Absterben in den nächsten Jahren gerechnet werden. Düngergabe bis Ende August und zusätzliche Bewässerung können den Baum im Heilungsprozess unterstützen. Mit vermehrtem Totastanteil und Folgegefährdung durch Insekten und Pilze wird aber in jedem Fall zu rechnen sein. Bei betroffenen Bäumen ist daher auch die Verkehrssicherheit zu überprüfen und im Bedarfsfall zumindest Totholzentnahme zu veranlassen.


Andreas Pfister; 08/2005