Spechtschäden an Ahorn

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frischer Spechtschaden, kein Saftfluss
Spechtschäden

Spechtschaden mit Saftlfluß
Spechtschäden mit Saftfluss

Spechtschlag
Spechtschlag

überwallter Spechtschaden
überwallte Spechtschäden

alter Spechtschaden
überwallte Spechtschäden mit Stammverdickung (Bild:
Josef Öllerer, BBK St. Pölten)

Im April 2005 häuften sich Anfragen über Beschädigungen in Form von ringförmig angeordneten, ca. 5 mm durchmessenden Löchern speziell an jungen Ahornbäumen mit Stammdurchmessern um die 15 cm. Aus einigen dieser Löcher trat Pflanzensaft aus und in weiterer Folge sind an älteren Schäden Überwallungen und Rindenrisse erkennbar.

„Schluckspechte“ unterwegs

Dreizehenspechte, aber auch Buntspechte sind dafür bekannt, insbesondere im Frühjahr, wenn die Bäume wieder frisch im Saft stehen, diese Löcher in junge Rinde zu schlagen, um den aust retenden Saft zu trinken. Daher leitet sich auch der Ausdruck „Schluckspecht“ ab. Ältere, rissige Borke ist nicht mehr gefährdet. Nach dem Schlagen wandert der Specht horizontal ein Stück die Rinde weiter und schlägt daneben ein neues Loch. Dadurch entstehen ringförmige Lochreihen (= “ringeln“). Besonders der Ahorn wird wegen des hohen Zuckergehalts des Pflanzensaftes sehr gerne angeschlagen, aber auch an anderen jungen Bäumen sind solche Schäden zu finden. Nebenbei werden vom Saft auch noch andere Insekten angelockt, welche wiederum für den Specht willkommene Nahrung sind.

Spechte können aber auch von außen nicht sichtbare, holzbrütende Larven vorzeitig entdeckt haben und versuchen dann diese für Nahrungszwecke aus dem Holz zu pecken. Sie können jedoch ebenso einen Baum dermaßen bearbeiten, um ihn für einen Käferbefall (Nahrungsquelle) vorzubereiten.

Folgen für den Baum

Buntspechte sind territorial und im Stadt- und Parkbereich häufig. Scheinbar gibt es einige Spechtexemplare, denen Baumsaft „besonders gut schmeckt“ und punktuell vermehrt zu Schäden führen. Der Baum überwallt die Wunden. In der Folge reißt im Bereich der Löcher die Rinde der Länge nach etwas auf. Wegen der früh auftretenden Schäden (bereits im Spätwinter möglich) ist aber nicht auszuschließen, dass es durch spätere Frostrisse, sekundäre Insekten (Schwächeparasiten) und durch Pilzinfektion (Wundfäule) zu Folgeschäden kommen kann. Durch im Randbereich abgestorbener Zonen siedelnde Insekten können auch größere Wucherungen entstehen. Es ist durchaus möglich, dass so manche Wucherung am Stamm, die nicht mehr eindeutig einem Schädling zuordenbar ist, mit einem Spechtschaden begann. Der Baum stirbt dadurch in der Regel aber nicht ab. Allerdings kann eine große Zahl derartiger Spechthiebe auch zu einer „Ringelung“ führen und so Kronenteile zum Absterben bringen


Andreas Pfister, Hannes Krehan; 04/2005