Einfluss der Rosskastanienminiermotte auf das Dickenwachstum der Bäume

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Zuwachsverlauf
Zuwachsverlauf von Kastanienbäumen

Schadbild
Miniermotten-Schäden müssen nicht zur Schwächung führen

Die Rosskastanien-Miniermotte wurde erstmals 1989 in Österreich entdeckt. Seit 1992 verursacht sie in Wien und Umgebung deutlich sichtbare Befallssymptome an der weißblühenden, seltener an der rotblühenden Kastanie und noch seltener am Bergahorn. Die Gradation läuft seit 1992 in unverminderter Intensität ab. Schwankungen in der Befallsintensität, beurteilt nach der Minenhäufigkeit an Kastanienblättern, sind in den vergangenen Jahren kaum registriert worden.

Hypothese

Wenn nun der Befall auf das Wachstum der betroffenen Bäume bzw. auf die Baumvitalität einen Einfluss haben sollte, müsste sich dies auch in der Jahrringbreite der betroffenen Bäume niederschlagen. Um dies zu überprüfen, wurden von 10 Roßkastanien (nahe Prater-Hauptallee, jährlich stark befallen, keine Behandlung der Blätter mit Dimilin oder Insektiziden) Stammscheiben seitens des Wiener Stadtgartenamtes entnommen und deren Jahrringverlauf untersucht.

Ergebnis

Zwischen 1992 (Erstbefall) und 2001 (Jahr der Entnahme der Stammscheiben) konnte kein statistisch nachweisbarer Zuwachsrückgang beobachtet werden. Auffallend ist lediglich der geringe Zuwachs im Jahr 1996, der aber durch Niederschlagsdefizite zu erklären ist.

Ergänzend muß gesagt werden, dass diese Bäume aufgrund ihres waldähnlichen Standortes keinen zusätzlich schwächenden Einflüssen wie Streusalzschäden, Emissionen oder Trockenstress durch Betonflächen ausgesetzt waren.


Christian Tomiczek