Neues vom Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

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Hebebühneneinsatz
Hebebühneneinsatz

Besprühen der Raupennester
Besprühen der Raupennester

Abflammen der Raupennester
Abflammen der Raupennester

Absaugen der Raupennester
Absaugen der Raupennester

Arealausweitung und Neubefall

Waren in den Vorjahren nur wenige Bereiche von Wien sowie vom angrenzenden Hochleitenwald (NÖ) von diesem "unangenehmen" Forstschädling betroffen, so sind seit 2003 neue Befallsgebiete in der Südsteiermark hinzugekommen. Insgesamt wurden auch in Niederösterreich und dem Burgenland Arealausweitungen sowie eine Zunahme der Befallsintensität beobachtet. Ähnliche Entwicklungen wurden auch aus Deutschland berichtet.

Giftige Raupenhaare

Ältere Raupen des Eichenprozessionsspinners sind mit feinen Brennhaaren versehen, die Giftstoffe enthalten, die Allergien sowie juckende Nesselausschläge verursachen. Dabei muss man mit den Raupen selbst gar nicht in Kontakt kommen. Die Haare werden auch aus bereits verlassenen, alten Raupennestern durch Wind herausgebrochen und bis zu 200 m weit vertragen. Die Giftigkeit bleibt zumindest einige Monate, wenn nicht Jahre bestehen. Jedenfalls sollte man sich von befallenen Bäumen fernhalten, keinesfalls Raupen oder Raupennester berühren. Sogar Gartenarbeit in unmittelbarer Nähe zu den befallenen Bäumen kann zu Haarkontakten führen und die Hautreizungen, in Extremfällen auch Asthmaanfälle, auslösen. Es empfiehlt sich daher, im Stadtbereich durchaus den Schädling zu bekämpfen, auch wenn keine unmittelbare Gefahr für den Baumbestand droht.

Bekämpfungsmaßnahmen

Seit 2003 werden neue Bekämpfungstechniken von der Wiener Berufsfeuerwehr angewandt, die aber nur an Einzelbäumen sinnvoll angewendet werden können. Die nebenstehenden Bilder zeigen einen dieser Einsätze mit Schutzanzügen, bei denen die Raupennester mechanisch entfernt werden (Abflammen oder Absaugen)

Besser wäre die rechtzeitige (im Mai) Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit einem Häutungshemmer oder einem biologischen Präparat (z.B. Bazillus thuringiensis). Versuche im Stadtgebiet von Wien, die von der Magistratsabteilung 42 vorbildlich durchgeführt wurden, haben hervorragende Erfolge gezeigt.


Christian Tomiczek