Schäden durch Dickmaulrüsselkäfer (0thiorrhynchus sulcatus)

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Der Rüsselkäfer
Othiorrynchus sulcatus

Schaden an Rhododendron
Fraß an Rhododendron

Schaden an Eibe
Schaden an Eibe

Wurzelfraß
Wurzelfraß

Der zu den Dickmaulrüßlern gehörende Käfer verursacht an einer ganzen Reihe von Zier- und Kulturpflanzen immer häufiger Schäden. Am deutlichsten bekommen dies Gartenbesitzer an Eiben, Erdbeeren, Rhododendren und Rosen sowie Winzer an Weinstöcken zu spüren. Auch in Kübelpflanzen auf Terrassen, ja sogar in Wohnungen richtet dieser Käfer Schaden an.

Wie sieht der Schaden aus

Die Käfer vollziehen schartenartigen Fraß an Nadeln und Blättern vom Rand her, wobei nach Belieben unterschiedlich große Buchten herausgefressen werden. Sie gehen dabei ähnlich wie Grünrüßler nicht selten verschwenderisch vor.

Besonders an Eibe können aber auch junge Triebe geschädigt werden. Der Käfer nagt daran oft plätzeartig an der Rinde. Umfaßt die dabei entstehende Wunde den ganzen bzw. den größten Teil des Umfangs des Triebes, stirbt dieser ab und die Nadeln verbraunen. Diese Schäden wirken sich in der Regel negativ auf das Aussehen der Pflanzen aus, bedrohen sie allerdings nie in ihrer Existenz.

Bedeutsamer und damit auch gefährlicher ist der Schaden, den die Larven des Rüsselkäfers durch Fraß an den Pflanzenwurzeln anrichten. Hier können vor allem junge Pflanzen so stark geschädigt werden, dass diese absterben.

Biologie

Die Käfer sind flugunfähig. Dass sie trotzdem fast überall zu finden sind (Baumschule, Glashäuser, Gärten, Terrassen und im Wohnbereich), liegt einerseits daran, dass sie gut "zu Fuß" sind, andererseits aber immer wieder mit Gartenerde und Ballenpflanzen "importiert" werden. Die Fortpflanzung erfolgt in der Regel parthenogenetisch (=Jungfernzeugung - Weibchen legt unbefruchtete Eier ab, aus denen sich wiederum nur weibliche Käfer entwickeln).

Die Eiablage erfolgt vom Sommer bis Herbst an Blättern oder im Boden. Nach dem Schlüpfen wandern die Junglarven zu den Wurzeln und beginnen dort mit dem Fraß. Die Larven überwintern im Boden. An geschützten Orten (Häuser, Glashäuser) überwintern auch die Käfer. Im Frühjahr schlüpfen Jungkäfer (Ende Mai, Juni). Nach einem ca. 4 Wochen dauernden Reifungsfraß beginnen sie mit der Eiablage.

Bekämpfung

  • Biologisch: mit insektenpathogenen Nematoden (= Fadenwürmer) können die Larven im Boden bekämpft werden. Dabei wird das Präparat entweder im Frühjahr (etwa bis Ende Mai) oder im Herbst (ab August) in den Boden (Erde) eingebracht. Die Fadenwürmer befallen die dort fressenden Larven, setzen dort ein mit ihnen vergesellschaftetes Bakterium frei und töten so die Schädlingslarven ab.
  • Technisch: Absammeln der Käfer: Während der Früh und der Dämmerung (vor allem im Herbst und im Frühjahr) halten sich die Käfer gerne an warmen Plätzen (aufgewärmte Mauern,...) auf. Mit einer Taschenlampe bewaffnet können diese scheuen, nachtaktiven Tiere bei Dunkelheit abgesammelt werden. Doch Vorsicht! So träge die Käfer wirken, bei Gefahr lassen sie sich blitzschnell fallen und stellen sich tot oder verkriechen sich in der Streu.
  • Chemisch: vom Auftreten der ersten Fraßschäden bis in den Sommer können die Käfer auch mit herkömmlichen chemischen Insektiziden bekämpft werden. Gegen die meisten handelsüblichen Mittel ist dieser Schädling, wie die meisten Mitglieder der Gattung Othiorrhynchus ziemlich resistent. Wirksam scheinen Präparate auf Phosphorsäureester-Basis zu sein, jedoch sind diese aber auch für uns Menschen giftig. Die Larven können relativ einfach mit herkömmlich Bodeninsektiziden durch Gießen oder Tauchen (vorbeugende Anwendung bei Topfpflanzen) bekämpft werden.

bernhard.perny@stadtbaum.at