Asiatischer Bockkäfer in Österreich eingeschleppt !

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Asian Longhorned Beetle
Asian Longhorned Beetle

Der Reifungsfraß
Der Reifungsfraß des Käfers

frischer Befall
frischer Befall

Larvengänge
Larvengänge im Ast

Der "Asian Longhorned Beetle" (Anoplophora glabripennis) wurde nach Österreich eingeschleppt und hat bereits zahlreiche Bäume in Braunau/Oberösterreich geschädigt. Dieser Käfer ist besonders gefährlich, da er entgegen der Gewohnheiten der meisten Bockkäferarten, völlig gesunde Bäume attackiert. Durch den Befall kommt es zum Absterben von Ästen und Kronenteilen, Bruchgefährdung und zum Tod der Bäume. Gefährdet sind vor allem Ahornarten (bes. Acer negundo), Pappeln, Weiden, Eschen, Roßkastanien und Apfelbäume.

Biologie

Die erwachsenen, 20-35 mm großen Käfer schlüpfen zwischen Mai und August, in wärmeren Gebieten bis Oktober und vollführen vorerst einen Reifungsfraß an der Rinde von Ästen in den Baumkronen. Danach erfolgt die Eiablage an Astgabeln oder über den Stamm verteilt. Die Larven fressen zuerst unter der Rinde und gehen später ins Holz, wo sie bis zu 10 mm starke Bohrgänge anfertigen und überwintern. Im darauffolgenden Frühjahr erfolgt die Verpuppung. Der Gang vor der Puppenwiege wird mit groben Holzspänen verstopft (Holzgenagsel). Je nach den klimatischen Bedingungen und Eiablage dauert die Entwicklung 1-2 Jahre.

Bisherige Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Bockkäfers

Seit Anfang August wird das Ortsgebiet von Braunau und die unmittelbare Umgebung intensiv nach dem Auftreten von Anoplophora glabripennis und typischen Befallssymptomen untersucht. Überdies wurde die Bevölkerung über Fernsehen und Printmedien zur Meldung etwaiger Beobachtungen in Zusammenhang mit dem Schädlingsauftreten aufgefordert. Insgesamt wurden in der Zeit von Sept. 2001 bis Feb. 2002 50 Bäume mit Befallssymptomen (Eiablagestellen, Larvenfraß und Ausbohrlöcher) in Braunau am Inn (OÖ) gefunden und bekämpfungstechnisch behandelt. Dies entspricht ca. 1% aller untersuchten Bäume. Mit Ausnahme eines Baumes im Stadtpark (ca. 2 km), lagen die befallenen Bäume weniger als 500 m vom Befallszentrum entfernt. Auch in einem Waldstreifen wurden Befallssympome gefunden, die Bäume gefällt und bekämpfungstechnisch behandelt.

Betroffene Baumarten

Bisher waren nur Bäume der Gattung Acer (Ahorn) befallen. Erlen, Pappeln und Weiden wiesen zwar ähnliche Befallssymptome auf; die genaue Diagnose an den sicherheitshalber gefällten Bäumen ergab jedoch andere Schadverursacher wie den Weidenbohrer (Cossus cossus), das Blausieb (Zeuzera pyrina) und den Großen Pappelbock (Saperda carcharias) (siehe auch Verwechslungsmöglichkeiten).

Befallsmonitoring in Braunau

Zu Testzwecken eingesetzte Pheromonfallen, die mit einem in den USA neu entwickelten Pheromon bestückt waren, brachten keinen Erfolg. Allerdings könnte auch der verspätete Einsatz (ab September) und die für den Käferflug ungünstigen Wetterbedingungen die Fangbedingungen negativ beeinflußt haben.

Befallsmonitoring in den anderen Bundesländern

Im gesamten österreichischen Bundesgebiet wurden im Bereich sog. "kritischer Standorte" (Baumärkte, Granitsteinhändler, etc.) Laubbäume untersucht und Bäume mit Befallssymptomen gefällt und eine Differentialdiagnose von Spezialisten durchgeführt. Bisher konnte kein weiterer Befall außerhalb des bisherigen Befallsgebietes in Braunau festgestellt werden.


Christian Tomiczek