Häufig gestellte Fragen: Roßkastanienminiermotte

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Ist ab Juni eine Behandlung mit DIMILIN noch möglich?

Das in Österreich für die Behandlung von Rosskastanienbäumen gegen die Miniermotte Cameraria ohridella zugelassene Insektizid DIMILIN (Wirkstoff: Diflubenzuron) kann entweder zum Flughöhepunkt der ersten Generation Ende April oder der zweiten Generation voraussichtlich Ende Juni appliziert werden. In letzteren Fall sind jedoch die von der ersten Generation verursachten Schäden durch die Behandlung mit diesem Häutungshemmerpräparat nicht mehr zu verhindern.

Wie wird die Miniermotte in anderen Ländern bekämpft?

In vielen Staaten werden routinemäßig und großflächig keine Maßnahmen gegen diesen Schädling ergriffen. Die meisten Applikationen in den süd- und östlichen Nachbarstaaten beruhen wie in Österreich auf der Verwendung von diversen Häutungshemmerpräparaten. Es werden jedoch auch zahlreiche Experimente mit systemischen Insektiziden (Stamm- und Bodeninjektionen) mit unterschiedlichem Erfolg durchgeführt.

Ist die Motte auch schon in Deutschland verbreitet?

Ja; im letzten Jahr hat sich die Miniermotte sogar schon bis Norddeutschland vorwiegend entlang der Hauptverkehrswege ausgebreitet. In Deutschland ist die Anwendung von DIMILIN und anderen vergleichbaren Präparaten im öffentlichen Grünbereich meist nicht erlaubt. Deshalb werden hier vor allem moderne systemische Insektizide mit den Wirkstoffen Imidacloprid oder Acetamiprid für die Bekämpfung von Cameraria ohridella getestet. Sie gelangen über den Boden durch die Wurzeln in den Baum und somit in die Blätter.

Gibt es schon natürliche Feinde?

Es gibt einen bestimmten Komplex von kleinen Schlupfwespenarten, die immer wieder als Parasiten (Parasitoide) in oder auf den Larven der Miniermotte vorkommen. Leider sind diese Arten nicht auf die Rosskastanien-Miniermotte spezialisiert, sodaß ihr Entwicklungszyklus nicht optimal auf den der Motte abgestimmt ist. Deshalb liegt der Parasitierungsgrad in den meisten Gebieten noch immer nicht höher als 5-20%. Die erfolgreiche Massenzüchtung von wirkungsvollen Parasiten ist leider noch nicht geglückt.

Es gibt jetzt ein Pheromon gegen die Miniermotte. Warum bekämpft man die Motte nicht mit Pheromonfallen ?

Das Pheromon ist offiziell erst heuer im Handel erhältlich (www.witasek.com/pg/cam.html). Es müssen daher noch verschiedene Praxistests durchgeführt werden, in wieweit eine Populationsabschöpfung mittels Pheromonfallen (Klebefallen, Leimtafeln, Leimringe) möglich ist. Es werden mit diesem Sexual-Pheromon ausschließlich die Männchen angelockt, hoffentlich bevor die Eier der Weibchen befruchtet werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Kastanienminiermotte haben schreiben Sie uns.


hannes.krehan@stadtbaum.at