Feuerbrand - Die gefährliche Bakterienkrankheit breitet sich auch in Österreich aus

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Feuerbrandsymptome
Erste Symptome

Welkesymptome
Verwelkende Blätter

Bakterienschleimaustritt
Bakterienschleimaustritt

Feuerbrand an Birne
Feuerbrand an Birne

Feuerbrand an Cotoneaster
Befall an Cotoneaster

Das Bakterium Erwinia amylovora ist ein Schadenserreger, der zum Welken und Absterben von Blättern und Blüten und in weiterer Folge von Trieben und Stamm bei Obst- und Ziergehölzen der Familie der Rosengewächse führt.

Der Feuerbrand ist erst seit 1957 in Europa bekannt und wurde in Österreich in Vorarlberg 1993 erstmals nachgewiesen. In den letzten beiden Jahren hat er sich meist als Folge des Transportes von infizierten Pflanzen auch in anderen Bundesländern ausgebreitet.

Infektion:
Durch kontaminierte Werkzeuge, Zugvögel, Wassertröpfchen, Insekten (Fliegen, Bienen, Wespen, Hummeln infizieren Blüten; saugende Insekten infizieren Triebe) kommt es zu Neuinfektionen. Die gefährliche Infektionszeit ist das Frühjahr und der Sommer. Schon nach 4-5 Tagen treten erste Symptome auf.

Symptome:
Welken von Blüten und Blättern; sie werden rasch braun bis schwarz, Triebe werden oberhalb der Infektionsstelle zunächst fahl, später braun;
Bakterienschleimaustritt an den Infektionsstellen;
Kambialnekrosen am Stamm mit Exsudatausfluß, im Winter Einsinken der Rinde.

Gefährdete Pflanzen:
Apfel, Birne, Quitte, Eberesche und andere Sorbus-Arten; sehr anfällig sind auch Cotoneaster, Crataegus und Pyracantha (Feuerdorn)

Nachweis der Krankheit:
Der Feuerbrand kann nur durch Laboruntersuchungen von Spezialisten eindeutig nachgewiesen werden. Bei Befallsverdacht ist unverzüglich eine Meldung beim Österreichischen Pflanzenschutzdienst (www.bfl.at) zu machen, da Erwinia amylovora ein Quarantäneschadorganismus nach den Bestimmungen des Österreichischen Pflanzenschutzgesetzes 1995 ist.

Bekämpfungsmöglichkeiten:
Quarantänemaßnahmen: Verbot des Transportes von befallenen Pflanzen;
Vorbeugende und hygienische Maßnahmen: Abschneiden und Vernichten (Verbrennen) von infizierten Pflanzen und -teilen, Desinfektion von Werkzeug, Anbau von z. B. gering anfälligen Obstsorten;

Verschiedene Versuche mit Antibiotika (in Österreich nicht erlaubt), bakteriellen Antagonisten, aber auch mit Efeuextrakten oder Gesteinsmehl haben in Deutschland (BBA Darmstadt) positive Bekämpfungsergebnisse (40-75%ige Reduktion der Infektionsrate) erbracht.


siehe dazu auch Artikel: Feuerbrandbekämpfung - Aktueller Forschungsstand

hannes.krehan@stadtbaum.at