Frostempfindlichkeit von Bäumen

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Frostschäden
Abgestorbene Jungtriebe infolge Frosteinwirkung

Frostschaden
Frostschäden an Tanne

Die kalten Wintertage mit Temperaturen teilweise weit unter dem Gefrierpunkt werfen immer wieder die Frage auf: ab wann treten bei Bäumen durch Kälte Schäden auf? Frostschäden sind entweder direkt durch Erfrieren von Zellinhalten oder indirekt durch Entwässerung (Vertrocknen) als Folge von extrazellulärem Erfrieren verursacht. Die Symptome Blatt-/Nadelverfärbungen, Ausbleichen, Schrumpfen, Absterben von Gewebe, Risse sind nur selten unmittelbar nach dem Schadereignis sichtbar.

Die Frosthärte unserer Bäume hängt von vielen Faktoren ab, ist jedoch in der Regel sehr hoch und erreicht bei besonders frostharten Baumarten Werte von mehr als -30°C (in Einzelfällen und Hochlagen können Bäume auch Temperaturen von weniger als -70°C ohne Schäden ertragen). Der Baum kann sich bei tiefen Temperaturen durch Einlagerung von Zucker und Aminosäuren in die Zellen optimal schützen.

Artspezifische (genotypische) Frosthärte:

Ringporige- und makroporige Laubhölzer (Esche, Edelkastanie, Eiche, Nuß) sind wärmeliebender und daher frostempfindlicher als mikroporige Holzpflanzen (Ahornarten oder die meisten Nadelhölzer).

Herkunftsspezifische Frosthärte:

Bäume der nördlichen Hemisphäre (Ahorn, Birke, Erle, manche Weiden u. Pappeln, Fichte, Zirbe und viele andere Kiefernarten, Lärche) sind wesentlich frostresistenter als solche der südlichen (zahlreiche Eichenarten, Magnolien, Eiben, manche Tannenarten).

Jahreszeitliche Unterschiede:

Die Frosthärte erreicht ihren Höhepunkt im Winter infolge langsamer Abkühlung bei Temperaturen um -30°C bei Fichte, und ca. -20°C bei Eiche.

Während der Vegetationsperiode können schon Temperaturen von weniger als -5°C bei Fichte und 0°C bei Eiche zu Frostschäden führen.

Besonders frostempfindliche Organe sind unverholzte Teile und junge Blätter aber auch Wurzeln. Diese sind jedoch durch den Boden (Streuschicht, Auflage, Schnee, etc.) besser geschützt als oberirdische Organe. Bei fehlender Schneedecke und starken Bodenfrösten treten häufig Absterbeerscheinungen an den oberflächennahen Wurzelteilen auf, die dann durch Sekundärschädlinge oder Schwächeparasiten befallen werden.


Hannes Krehan - Kontakt: hannes.krehan@stadtbaum.at