Schadrückblick 2016 - stadtbaum.at

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Frühsommerlich warme Witterungsbedingungen sorgten Anfang/Mitte April für einen zeitigen und intensiven Schwärmbeginn der Insekten bzw. Pflanzenaustrieb. Ein Kaltlufteinbruch Ende April sorgte speziell in Südösterreich kombiniert mit Schneefall für Spätfrostschäden. Dabei kam es neben Schäden an Blüten und Fruchtansätzen auch zu Blatt- und Triebschäden an Wein, Walnuss und anderen empfindlichen Pflanzenarten.

Im Spätsommer 2016 war vorzeitiger Blattfall durch zahlreiche Pilzkrankheiten an einigen Baumarten wie der Kirsche zu beobachten. Teilweise waren die Bäume bereits Anfang September komplett entlaubt. Dieser vorzeitige Blattfall stellt für den Baum aber keine Bedrohung dar. Besonders häufig sind die Schrotschußkrankheit, Mehltau, Weißfleckenkrankheit und Diplodina-Blattbräune. Diese Blattpilze wurden durch die feuchte Frühjahrs- und Sommerwitterung begünstigt.

Platanenblattbräune

Ab Frühling kam es in Teilen Österreichs auch zu auffälligen Schäden an Platanen. Die ersten Symptome traten entlang der Blattadern (Blattnerven) auf, die sich braun verfärben.

Der Verursacher ist ein Mikropilz namens Apiognomonia veneta (Platanenblattbräune). Das Auftreten der Pilzkrankheit steht in engem Zusammenhang mit der in der kalten Jahreszeit vorherrschenden Witterung.

Gewöhnlich übersteht die Platane diese Krankheit ohne große Probleme. Schon im Juni/Juli erfolgt der Neuaustrieb von Blättern und der Baum erholt sich schnell.
Das  Einsammeln des Falllaubes verhindert die Bildung großer Sporenmengen und kann so zumindest den Befallsgrad beeinflussen. Bei starkem, mehrjährigen Befall können Baumpflegemaßnahmen, insbesondere Kronenauslichtungen (sorgen für bessere Durchlüftung) helfen.

Borkenkäfer

Erste Fichtenborkenkäfer begannen bereits Ende März/Anfang April zu schwärmen. Seit Ende Juni war die zweite Käfergeneration fertig entwickelt. Durch die hohen Niederschlagssummen wurde die Widerstandskraft der Bäume heuer aber gestärkt.

Vom Borkenkäfer befallene Bäume sollten umgehend entfernt oder bekämpfungstechnisch behandelt werden. In Befallsumgebung müssen Bäume genau untersucht werden, ob auch hier ein Schaden zu finden ist.

ROSSKASTANIENMINIERMOTTE

Die Rosskastanienminiermotte verursacht vorzeitige Verbraunung der Kastanienblätter. Ab Zeitpunkt der Blattentfaltung der Kastanien (heuer ab Mitte April) bis spätestens Mitte/Ende Mai empfahl sich eine Behandlung mit einem Häutungshemmerpräparat. Auf diese Weise wird ein vorzeitiges Verbraunen bzw. Abfallen der Blätter verhindert.

Was sind Häutungshemmerpräparate?
Sie gehören in die Gruppe der Chitin-Synthesehemmer, greifen in den Chitinstoffwechsel von Raupen und Larven ein und verhindern deren Häutung. Dies führt zum Absterben der Larven oder Puppen bzw. zu nicht lebensfähigen Adulten.

Häutungshemmerpräparate (Mittelzulassung beachten) werden im Boden rasch abgebaut und sind weit weniger gefährlich gegenüber Nicht - Zielorganismen (Algen, Regenwürmer, Nützlinge, etc.) als herkömmliche Insektizide.